Parodontitis – Ein stiller Schrecken für die Zähne und den gesamten Organismus
Schöne, weiße Zähne und ein strahlendes Lächeln – das ist ein Traum, den wir alle teilen. Deshalb bemühen wir uns, unseren Zähnen die bestmögliche Pflege zukommen zu lassen.
Doch oft vergessen wir das Zahnfleisch. Dabei spielt gerade ein gesundes Zahnfleisch eine entscheidende Rolle für die allgemeine Zahngesundheit und kann sich erheblich auf den gesamten Organismus auswirken.
Parodontose, Parodontitis, Gingivitis … Dies sind Erkrankungen, die letztlich zum Verlust der Zähne führen können. Eine Entzündung des Zahnfleisches – die Gingivitis – geht der Parodontitis voraus. Doch im Gegensatz zur Parodontitis ist Gingivitis leicht heilbar!
Der Hauptfaktor, der eine Zahnfleischentzündung verursacht, ist **Zahnbelag**. Dabei handelt es sich um einen klebrigen, weichen und farblosen Biofilm, der fest an der Zahnoberfläche haftet. Er besteht hauptsächlich aus Speichelbestandteilen, Speiseresten und Mikroorganismen (vor allem Bakterien) in der Mundhöhle. Wird der Zahnbelag nicht regelmäßig entfernt, mineralisiert er sich im Laufe der Zeit und wird zu **Zahnstein**.
Unbehandelte Gingivitis kann in fast der Hälfte der Fälle das Bindegewebe des Zahnhalteapparats (Parodontium) sowie den Kieferknochen befallen, was letztendlich zum Verlust einzelner Zähne oder sogar des gesamten Gebisses führen kann. An diesem Punkt spricht man von Parodontitis.
Eine große Gefahr der Gingivitis und der Parodontitis ist ihr **scheinbar symptomloser Verlauf**, insbesondere in den frühen Stadien.
Symptome einer Zahnfleischentzündung:
- In den frühen Stadien ist sie schmerzlos
- Das Zahnfleisch ist geschwollen und gerötet
- Das Zahnfleisch blutet, besonders beim Zähneputzen oder beim Verzehr fester Nahrung
- Empfindliche Zahnhälse
- Rückgang des Zahnfleisches, wodurch die Zahnhälse freigelegt werden
- Anhaltender Mundgeruch
- Zähne lockern sich und wandern auseinander
- Im Endstadium werden die Zähne extrem locker und fallen schließlich aus
Ernsthafte Gesundheitsrisiken für den gesamten Organismus:
- Klinische Studien zeigen, dass eine fortgeschrittene Zahnfleischentzündung insbesondere bei älteren Menschen das Risiko für **Herzinfarkt, Schlaganfall** und chronische Nierenentzündungen erhöhen kann
- Bakterien aus Infektionen in der Mundhöhle können in den Blutkreislauf gelangen und sich im gesamten Körper ausbreiten, wodurch auch entfernt liegende Organe infiziert werden können
- Wissenschaftliche Forschung untersucht die Hypothese, dass orale Bakterien an der Entstehung und dem Fortschreiten der **Arteriosklerose** beteiligt sein könnten und somit die Elastizität der Blutgefäßwände beeinflussen
- Es wird auch untersucht, ob Zahnfleischentzündungen möglicherweise ein Risikofaktor für **Alzheimer** sein könnten
- Auch die **Atemwege** sind oft betroffen, da die Mundhöhle sich in unmittelbarer Nähe befindet
- Bei jungen schwangeren Frauen kann eine Kombination aus **hormonellen Veränderungen** und **mangelnder Mundhygiene** zu schweren Komplikationen führen. Einige Studien deuten darauf hin, dass eine **Schwangerschaftsgingivitis** das Risiko für Frühgeburten, ein geringes Geburtsgewicht des Babys und sogar Fehlgeburten erhöhen kann
- Bei **Diabetikern** kann eine unbehandelte, fortschreitende Gingivitis die Krankheit weiter verschlimmern, während eine konsequente Behandlung und gute Mundhygiene zur Verbesserung der Diabeteskontrolle beitragen kann
Prävention ist entscheidend:
Gingivitis und Parodontitis entstehen meist durch unzureichende oder falsche Mundhygiene. Der wichtigste und wirksamste Ansatz ist daher **Prävention** durch konsequente und gründliche Mundhygiene. Dies bedeutet, dass der Zahnbelag regelmäßig und vollständig entfernt werden muss, insbesondere die darin enthaltenen Bakterien.
Daher ist es essenziell, **alle Zahnflächen mechanisch zu reinigen** – mit einer hochwertigen Zahnbürste und der richtigen Putztechnik, gefolgt von der Verwendung einer **Interdentalbürste** für die Zahnzwischenräume.
Regelmäßige **Kontrollen beim Zahnarzt oder der Dentalhygienikerin** sind unerlässlich – nicht nur zur Überprüfung des Zahnzustands und für mögliche frühzeitige Behandlungen, sondern auch zur Schulung in der richtigen Putztechnik und zur Entwicklung einer täglichen, sorgfältigen Mundpflege, die durch nichts anderes ersetzt werden kann.